Projektphase

Frische Innovationen – Neu Gestalten

Juni 2016 - Kreditantrag

Antrag an die Gemeindeversammlung

Nach der Rückweisung des Projektes auf der Fernwärmeanlage an der Gurnigelstrasse und aufgrund der Forderung nach einer Studie für ein mögliches Feuerwehrmagazin bei der Truppenunterkunft durch die Gemeindeversammlung im Dezember 2014 hat der Gemeinderat am 13. Juni 2015 einem diesbezüglichen Kreditbegehren für die Planung eines Feuerwehrmagazins am Sandgrubenweg in der Höhe von 30‘000.00 Franken zugestimmt. Eine Projektstudie hat gezeigt, dass die Realisierung eines Feuerwehrmagazins am Standort Sandgrubenweg möglich ist. Dementsprechend wurde das Projekt ausgearbeitet. Die Arbeitsgruppe hat das Projekt begleitet und an verschiedenen Sitzungen und in Absprache mit dem Feuerwehrkader optimiert.

Projekt

Der Standort beim bestehenden Gebäude Truppenunterkunft ermöglicht Synergien und Mehrfachnutzungen, welche insbesondere in der Benützung des Untergeschosses als Lagerräume, der bestehenden Wärmeerzeugung für Heiz- und Brauchwasser, sowie der gemeinsamen Schulungsräume und Parkplätze bestehen. Die Küche der Truppenunterkunft im Untergeschoss kann von der Feuerwehr oder von örtlichen Vereinen weiterhin genutzt werden. Zusätzlich soll aus wirtschaftlichen Gründen an der späteren Nutzung der Truppenunterkunft für die Jugendarbeit sowie die Vermietung des Obergeschosses für Vereins- und Privatanlässe weiterhin festgehalten werden. In den verschiedenen Projektstudien wurden die Teilintegration (bestehendes Gebäude wird zum Teil umgebaut, zusätzlich Neu- bzw. Anbau) und die Vollintegration (bestehendes Gebäude wird umgebaut, zusätzlich Neu- bzw. Anbau) der Feuerwehr in das bestehende Gebäude geprüft. Ebenfalls wurde ein reiner Umbau der Truppenunterkunft (ohne Anbau) geprüft. Diese Variante wurde aber aufgrund hoher Kosten, statischen Gründen und fehlender Flächen für den Platzbedarf der Feuerwehr wieder fallen gelassen. Aus allen Studien resultierte die Erkenntnis, dass ein Feuerwehrmagazin an diesem Standort in jedem Fall nur mit einem Anbau realisiert werden kann. Die Varianten reiner Umbau ohne Anbau, Vollintegration und Teilintegration wurden aufgrund der grossen Eingriffe in die Gebäudestruktur nicht mehr weiterverfolgt. Zudem wäre eine Mehrfachnutzung nicht mehr möglich gewesen. Somit kommt am Sandgrubenweg einzig die Variante Neubau in Frage. Das Projekt berücksichtigt den Platzbedarf nach Angaben der Feuerwehr und beinhaltet die gleichen Flächen wie das Projekt an der Gurnigelstrasse. Die Gebäudeanordnung und die abgestufte Bauweise nehmen Rücksicht auf den Baubestand und erfüllen die spezifischen Nutzungsanforderungen und Raumhöhen. Mit Ausnahme der nötigen Abbrüche im Baufeld des Neubaus und der Verschiebung von zwei Fenstern im Erdgeschoss, sind keine Anpassungen und Nutzungsänderungen in den bestehenden Räumen der Truppenunterkunft vorgesehen. Die Architektur besteht aus zwei in der Höhe differenzierten Flachdachkuben, welche sich in der Gestaltung und Farbgebung bewusst vom bestehenden Gebäude abheben. Der Niederraumkubus wird in anthrazit gestaltet und übernimmt die Aufgabe als zurückhaltender Übergang zum bestehenden Gebäude. Der Hochraumkubus für Fahrzeuge soll mit einer Holzverkleidung grau-braun erstellt werden.

Es wird festgestellt, dass...

  • die Baukosten an beiden Standorten vergleichbar bzw. nahezu identisch sind;• beim Standort Sandgrubenweg der Baurechtszins entfällt; beim Standort Sandgrubenweg aber gemeindeeigenes Grundstück verbaut wird
  • durch den Platzbedarf des neuen Feuerwehrmagazins bei der Truppenunterkunft, Parkplätze, die bei öffentlichen Veranstaltungen benützt werden konnten, wegfallen;
  • die Zu- und Wegfahrt beim Standort Sandgrubenweg weniger gut ist, als beim Standort Gurnigelstrasse
  • die Räume der Truppenunterkunftauch nach dem Anbau des Feuerwehrmagazins durch Dritte nutzbar bleiben (Jugendarbeit, private und öffentliche Anlässe im Saal etc.)
  • die bestehenden Lagerräume im UG beim Standort Sandgrubenweg durch die Feuerwehr genutzt werden können;
  • der Neubau Sandgrubenweg der derzeit gültigen Nutzungsvorschrift ZöN widerspricht;
  • die Genehmigung der Baureglementsänderung „Zonen für öffentliche Nutzungen Art. 3 Abs. 2 Ziff. 9“ Voraussetzung ist, dass für den Neubau des Feuerwehrmagazins eine Baubewilligung erhältlich ist.
  • Der Vollständigkeit halber ist erwähnt, dass durch einen Anbau eines Feuerwehrmagazins am Sandgrubenweg und infolge des neuen Asylkonzeptes des Bundes nicht verhindert wird, dass der Kanton die Zivilschutzanlage in Notfällen für die Unterbringung von Asylsuchenden einsetzen kann.

Verkehrssituation Zu- und Wegfahrt

Das Kader der Feuerwehr und der Gemeinderat sind übereinstimmend der Ansicht, dass die Zu- und Wegfahrt am Standort Gurnigelstrasse besser ist, als am Standort Sandgrubenweg. Abklärungen mit dem Feuerwehrinspektor haben ergeben, dass die Lage eines Feuerwehrmagazins innerhalb einer 30er-Zone kein Ausschlusskriterium ist. Für den Fall, dass die Ein- und Ausfahrt inden Sandgrubenweg nicht mehr passierbar sein sollte (Brand von benachbarten Gebäuden, Unfall mit Strassensperrung etc.) ist die Zu- oder Wegfahrt vom Feuerwehrmagazin via Areal der Firma Otto Bühlmann gewährleistet. Ein diesbezügliches, grundbuchlich gesichertes Recht ist mit den Grundeigentümern in Vorbereitung und wird bis zum Gemeindeversammlungstermin vorliegen. Mit dieser Massnahme kann die nachteiligere Zu- und Wegfahrt zumindest teilweisekompensiert werden. Im Bedarfsfall könnten verschiedene Verkehrsleitsysteme nachgerüstet werden (funkgesteuerte Ampel,Warnblinkanlage etc.). Der Gemeinderat ist auch mit den genannten Verbesserungsmöglichkeiten für die Zu- und Wegfahrt Sandgrubenweg nach wie vor der Ansicht, dass der Standort Gurnigelstrasse in einigen Punkten geeigneter gewesen wäre. Er hat jedoch in Abwägung der verschiedenen genannten Aspekte und in Absprache mit dem Feuerwehrkader entschieden, den Standort Sandgrubenweg zu bevorzugen und zu empfehlen. Sollte jedoch das Traktandum 3 der Gemeindeversammlung „Änderung Baureglement betreffend Nutzungsänderung Zone für öffentliche Nutzung (ZöN) Nr. 9 Zivilschutz/Werkhof, Truppenunterkunft, Genehmigung“ abgelehnt werden, behält sich der Gemeinderat vor, den Standort Gurnigelstrasse zur Genehmigung zu beantragen. Da beide Projekte auf dem gleichen Planungsstand sind und die Kosten und Folgekosten fürbeide Standorte bekannt sind, wäre dieses Vorgehen möglich.

Januar 2016 - Baureglementsänderung

Änderung des Baureglement

Eine notwendige Reglementsänderung für die neuen Bedürfnisse betreffend der künftigen Nutzung der  Truppenunterkunft/Zivilschutzanlage. In Zusammenhang mit der geplanten Nutzungsänderung der Truppenunterkunft / Zivilschutzanlage muss das Baureglement angepasst werden. Dafür wird ein ordentliches Planerlassverfahren durchgeführt. Bisher nannte das Baureglement für die Truppenunterkunft / Zivilschutzanlage folgende Zweckbestimmung.

„Bestehendes Gebäude: Zweckgebundene Erneuerungen und Erweiterungen unter Berücksichtigung der Gesamtanlage sind gestattet kGA und GH gemäss M2 Lärmempfindlichkeitsstufe II.“Neu soll die Bestimmung mit folgender Nutzung ergänzt werden:

„Mehrzweckgebäude: Nutzung für Gemeindedienstleistungen wie Werkhof, Zivilschutz, Feuerwehrmagazin, Jugendtreff und dgl. sowie Nutzung für Vereinsangebote, Vermietung für Privatanlässe und dgl.“

Während der öffentlichen Mitwirkung mit gleichzeitiger öffentlicher Auflage sind zwei Einsprachen eingegangen. Geplant ist, die Änderung des Baureglements an der Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2016 zu traktandieren.

März 2015 - Ausgangslage

Nutzung der Truppenunterkunft

Für die weitere Nutzung der Truppenunterkunft durch Truppeneinheiten der Armee hätte die Gemeinde Riggisberg die Anlage mit einem Investitionsvolumen von CHF 600‘000.00 (Kostenschätzung) auf den notwendigen heutigen Standard umbauen müssen. Das eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat sich im Gegenzug nicht bereit erklärt, der Gemeinde eine Zusicherung zu geben, weiterhin Truppen in Riggisberg zu stationieren – selbst wenn die Anlage als „grün“ (bevorzugte Anlage) definiert war. Aus diesem Grund hat sich der Gemeinderat nach Abwägung aller Vor- und Nachteile und nach Empfehlung der Arbeitsgruppe an seiner Sitzung vom 11. Juni 2013 entschlossen, auf die Modernisierung zu verzichten. Zugleich wurde dem Ressort Bau und der Bauverwaltung der Auftrag erteilt, ein Konzept für eine zukünftige alternative Nutzung der Räumlichkeiten zu erstellen. Die Gemeinde hat danach die Vereinbarung über die Nutzung der Truppenunterkunft mit dem VBS gekündigt. Einige Monate später wurde die Gemeinde vom VBS darüber informiert, dass nach dem neuen Stationierungskonzept des VBS die Truppenunterkunft in Riggisberg nicht mehr benötigt und damit frei gegeben wird. Nach der Rückweisung des Neubaus des Feuerwehrmagazins auf der unterirdischen Fernwärmezentrale und dem Auftrag die Truppenunterkunft für ein solches erneut vertieft zu prüfen, hat sich zusätzlich eine neue Ausgangslage ergeben.

Konzept Umnutzung

Das ausgearbeitete Konzept versuchte verschiedene Bedürfnisse, sowohl von der Gemeinde, wie auch von der Bevölkerung, Rechnung zu tragen. Folgende Nutzung ist angedacht. Das Erdgeschoss soll für die Bedürfnisse der Jugendarbeit umgebaut und eingerichtet werden. Diese ist derzeit in einem Mietobjekt untergebracht und sowohl räumlich wie standortmässig nicht ideal aufgestellt. Mit der Einbettung in der ehemaligen Truppenunterkunft könnte eine wesentliche Verbesserung und Aufwertung der Jugendarbeit erreicht werden. Das Obergeschoss soll einer multifunktionalen Nutzung zugeführt werden. Zum einen soll der grosse Raum wieder für Kurse und Aktivitäten vermietet werden. Zum anderen sollen aber darin auch kleinere Festanlässe (Geburtstage/Familienfeste/Gemeindeanlässe usw.) stattfinden können. Dazu müsste die Anlage sanft saniert und umgebaut werden. Ziel ist es, den Aufgang ins Obergeschoss vom Zutritt in die Räumlichkeiten der Jugendarbeit zu trennen und das Obergeschoss mit einer Küche aufzuwerten. Die diesbezüglichen Kosten würden nach einer ersten, groben Schätzung bei ca. 150‘000.00 Franken liegen.

Stand Planung neues Feuerwehrmagazin

Wie bereits erwähnt, hat die Gemeindeversammlung im Dezember 2014 den Antrag für einen Neubau des Feuerwehrmagazins auf der Wärmeversorgung Riggisberg (Bau und Investition durch die EVR AG, Miete durch die Gemeinde) zurückgewiesen. Die Gemeindeversammlung beauftragte den Gemeinderat, die anderen Standorte - insbesondere der Standort Truppenunterkunft erneut zu prüfen. Der Gemeinderat hat einen auswärtigen Planer im Juni 2015 mit einer Studie zum Standort Truppenunterkunft beauftragt und dazu einen Kredit von 30‘000.00 Franken genehmigt. Geplant ist eine Studie, welche das von der Feuerwehr erstellte Raumprogramm sowohl in einem Um- wie auch Anbau auf die Parzelle überträgt. Geprüft wird ebenfalls, ob mit einem Feuerwehrmagazin und den dazu notwendigen Räumlichkeiten auch die Bevölkerung von den Räumen der Truppenunterkunft zusätzlich profitieren könnte. Die Feuerwehr wird in die Planung einbezogen, damit sie die Raumaufteilung und Gebäudestruktur beurteilen kann. Weiter werden auch die Standortfrage sowie die Zu- und Wegfahrt noch einmal gemeinsam angeschaut.